GESCHICHTE
Die ehemalige “Zuckerbahn” Zeitz - Camburg Sie beförderte Kohle und Zucker und sorgte Anfang des 20. Jahrhunderts für einen bedeutenden Aufschwung des Landstrichs zwischen Weißer Elster und Saale. Die Blütezeit der “Zuckerbahn” währte allerdings nicht lang. Knapp hundert Jahre nach Eröffnung verkehrte 1999 schließlich der letzte Zug zwischen der mittlerweile von Zeitz bis Osterfeld verkürzten Strecke. Die sogenannten “Ferkeltaxen” - Zugpaare aus einem Steuer- und einem Triebwagen - verkehrten bis 1999 auf der verbliebenen Reststrecke zwischen Zeitz und der Endstation Osterfeld. Vorgeschichte Bereits 1870 gründeten Zeitzer und Naumburger Bürger ein Komitee zum Bau einer Eisenbahn zwischen beiden Städten. Die Bahn sollte die Lücke zwischen den geplanten Strecken Altenburg - Zeitz beziehungsweise Artern - Naumburg schließen. Der inzwischen eigens für das Projekt gegründeten Aktiengesellschaft wurde jedoch die Baugenehmigung vom preußischen Minister für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten - Heinrich Friedrich von Itzenplitz - versagt. Zwei Jahre später, 1872, wurde die Eisenbahn Altenburg - Zeitz eröffnet. Die Saale-Unstrut-Eisenbahn-Gesellschaft schlug vor, ihre im Bau befindliche Strecke zwischen Straußfurt (Thüringen) und Großheringen über Schkölen, Osterfeld und Droyßig nach Zeitz zu verlängern. Auch dieses Projekt erfuhr eine Ablehnung durch den preußischen Minister, da zwischenzeitlich doch eine Genehmigung für die Vorarbeiten einer Bahnlinie Zeitz - Naumburg der Thüringer Eisenbahn-Gesellschaft erteilt wurde und dadurch das Bedürfnis einer weiteren Bahn in der Region noch nicht gesehen wurde. Das sollte sich jedoch schnell ändern. Denn 1873 nahm ein neuer Minister - Heinrich von Achenbach - seine Arbeit auf und der erlaubte überraschend die Vorarbeiten für eine Bahn Großheringen - Zeitz. Zur Ausführung kam es allerdings nicht mehr: Die Saale-Unstrut-Eisenbahn-Gesellschaft war nicht mehr existenzfähig und wurde von der Nordhausen-Erfurter Eisenbahn-Gesellschaft übernommen. Alle Projekte waren damit hinfällig. Erst 1882, also fast zehn Jahre später, griff die Nordhausen-Erfurter Eisenbahn-Gesellschaft das Projekt Großheringen - Zeitz - diesmal aber energisch - wieder auf. 1884 wurde schließlich die Firma Bachstein in Berlin von den Bürgermeistern der Städte Zeitz, Droyßig, Osterfeld, Schkölen und Camburg beauftragt, mit generellen Vorarbeiten zu beginnen. Mittlerweile hatten sich auch die Aussichten auf eine Verwirklichung der Strecke erheblich verbessert, da nur noch eine Sekundärbahn beabsichtigt wurde, die einen beträchtlichen Teil an Kosten einsparen sollte. Wegen topographischer Vorteile sollte die künftige Bahn nun auch nicht mehr in Großheringen sondern in Camburg enden. Im Jahr darauf war dann auch klar, wo genau die Strecke der künftigen Nebenbahn einmal verlaufen sollte. 1887 sprach sich Minister von Achenbach nochmals für die Bahn aus, machte aber zur Bedingung, dass die Bauausführung nicht durch das Privatunternehmen Bachstein erfolgt, sondern auf Staatskosten gebaut werden sollte. So kam es dann auch im Oktober 1889 zum Abschluss eines Staatsvertrages zwischen dem Königreich Preußen und dem Herzogtum Sachsen- Meiningen, der das Ziel einer Eisenbahn von Zeitz nach Camburg hatte. Knapp 20 Jahre nach den ersten Bestrebungen erteilte dann auch der preußische Landtag per Gesetz die Baugenehmigung für die Bahn und stellte gleichzeitig 3,34 Millionen Mark bereit. 1892 begannen die Vermessungen durch die Königliche Eisenbahndirektion zu Erfurt, im Jahr darauf konnte bereits die landespolizeiliche Abnahme des preußischen Streckenteils erfolgen. Im Juni 1895 begannen die eigentlichen Arbeiten, die vorwiegend von italienischen Fachkräften durchgeführt wurden. Täglich legten sie knapp 350 Meter Gleis, parallel dazu begannen die Bauarbeiten an den Bahnhofsgebäuden der künftigen Haltepunkte. Zusätzlich wurden zwei “Kunstbauten” notwendig: Zum einen eine Brücke über die Wethau bei Cauerwitz sowie die Saalebrücke zwischen Tümpling und Camburg.  Bereits knapp zwei Jahre später - im März 1897 - konnte der Bau im Wesentlichen abgeschlossen werden. Am 1. Mai 1897 wurde die Strecke “still und beschaulich” eröffnet. Denn längst war noch nicht alles in trockenen Tüchern: Da an vielen Haltepunkten die Zufahrtsstraßen zu den oft außerhalb der Ortschaften liegenden Bahnhöfen noch nicht fertiggestellt waren, hielten die ersten Reisezüge lediglich in Groitzschen (heute Kretzschau), Waldau, Schkölen und Molau. Immerhin noch im selben Jahr konnten dann auch die Stationen Droyßig, Osterfeld, Weickelsdorf und Cauerwitz in Betrieb genommen werden - die Haltestelle Crauschwitz wurde dagegen erst drei Jahre später, nämlich 1900 ihrer Bestimmung übergeben werden. Fortsetzung folgt ...
DIESE SEITE Startseite Der Radweg Förderverein Kontakt
© 2015 Förderverein Rad- und Wanderweg auf der stillgelegten Bahntrasse Zeitz-Camburg e.V. • Webauftritt: Tom Zeretzke
Bildnachweis: Holger Wandel, Michael Strauß
ZUCKERBAHN-RADWEG Rad- und Wanderweg auf der stillgelegten Bahntrasse Zeitz - Camburg